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Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Eltern vor neuen Herausforderungen

Hurra, wir werden Eltern! Ein spannender Lebensabschnitt mit ganz besonderen persönlichen und beruflichen Herausforderungen bricht an. Insbesondere die gut ausgebildeten Fach- und Führungskräfte machen sich in dieser Lebensphase eine Menge Gedanken und viele Pläne, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gelingen kann.

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By | 2018-05-01T09:07:16+00:00 Mai 1st, 2018|Blog|0 Comments

Ziele kinderleicht erreichen

Das erste Quartal 2018 ist bereits vorbei und Hand auf’s Herz: Wie viele deiner Neujahrs-, „Mehr-Sport-Weniger-Überstunden“ oder Diätvorsätze hast Du wirklich umgesetzt? Wo bist du am Ball geblieben? Vorsätze – mögen sie auch noch so gut sein – lösen sich nach einigen Tagen oder Wochen wegen fehlender Motivation und Begeisterung oftmals in Luft auf…

Warum deine Ziele scheitern

Dazu liefern uns die Motivationspsychologie und die Neurowissenschaften Antworten. Damit du bei deinen Zielen nicht nur kurzfristig, sondern über einen langen Zeitraum am Ball bleibst, brauchst du intrinsische Motivation. Kopf und Bauch müssen gleichzeitig davon überzeugt sein, dass dieses Ziel ein gutes Ziel für dich ist.

Meistens ist bei unseren Zielen aber nur der Kopf davon überzeugt, dass das Ziel gut für uns ist – der Bauch will statt „mehr Sport“ lieber „mehr Couch“ – und jetzt ratet mal wer gewinnt…?

Was kann ich tun, damit ich meine Ziele erreiche?

Hier hilft ein Blick auf die Zielpyramide, die von Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause an der Universität Zürich entwickelt wurde:

In der Mitte der Zielpyramide ist die Eintrittsebene, hier findet sich das gewünschte Ergebnis wieder. Z.B. Ich möchte mehr Sport treiben.

Jetzt wird üblicherweise ein Ziel auf der Verhaltensebene formuliert.

Was sind SMARTe Ziele? – Ziele auf der Verhaltensebene.

Ihr kennt diese Ziele alle: das ist die klassische Zielvereinbarung in Unternehmen oder auch „Treppen statt Lift“, „3x pro Woche joggen“ etc. Aber – wer von euch hält diese Ziele auch dauerhaft durch? Das sind die wenigsten, denn viel Spaß und Freude ist in der Regel nicht dabei verbunden, sondern der „Schweinehund“ will überwunden werden. Bei Zielformulierungen auf der Verhaltensebene ist ganz klar, was ich machen soll – die Ausführungsgenauigkeit ist hoch. Selbstkontrolle ist gefordert – der Kopf ist zufrieden. Der Bauch aber nicht: bei diesen Zielen ist die Motivationskraft gering.

Und das hat zur Folge, dass bei Stress, bei Überlastung, bei Überforderung, bei zu wenig Bewegung, zu wenig Tageslichtexposition … – also immer dann, wenn meine Grundbedürfnisse nicht befriedigt sind – Selbstkontrolle nicht oder nur schwer aufrecht halten kann. Und schwupps ist meine Zielerreichung gefährdet.

Motto-Ziele sind Ziele mit einem hohen Motivationsgrad

Ihr seht, wenn ich langfristig an einem Thema arbeiten will, dann brauche ich motivierende Ziele. Ziele bei denen Kopf und Bauch synchronisiert sind – das nennt man Selbstregulation.

Hierzu haben Maja Storch und Frank Krause die sogenannten Motto-Ziele entwickelt. Das ist ein neuer Zieltyp, mit dem intrinsische Motivation verbunden ist. Motto-Ziele sind Ziele auf der Haltungsebene, also meine innere Einstellung, meine innere Haltung zu einem Thema. Das kann beruflich oder privat sein.

Beispiele für Motto-Ziele aus dem Volksmund

Motto-Ziele kennt ihr alle aus dem Volksmund:

„Carpe Diem“

„In der Ruhe liegt die Kraft“

„Eile mit Weile“

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“

Wenn du ein spezielles Vorhaben oder Thema in die Tat umsetzen möchtest, dann brauchst Du dazu ein individuelles Motto-Ziele. Eins für Dich alleine und ganz individuell. Wie das geht? Das lernst Du in meinen Seminaren zum Zürcher Ressourcen Modell (Zürcher Ressouren Modell Grundkurs oder Changemanagement mit ZRM) oder auch im Einzelcoaching.

By | 2018-04-01T17:37:40+00:00 April 1st, 2018|Blog|0 Comments

Was hat denn Teilzeitführung mit Arbeit 4.0 zu tun?

Dass sich unsere Arbeitswelt wandelt und sich damit einhergehend auch die Anforderungen von Beschäftigten an Arbeit(geber) stark verändern, ist mittlerweile keine neue Erkenntnis mehr. Aber wie wird die Arbeitswelt der Zukunft wirklich aussehen, wie können alle Akteure den Weg dorthin tatsächlich mitgestalten? Es gibt vielerlei Theorien und Ideen, neue Change-Management-Konzepte und Ansätze in der Organisationsentwicklung. Eine Facette dabei ist die Gestaltung von Arbeitszeit auf individueller und gesellschaftlicher Ebene. Und damit sind wir thematisch auch schon bei Teilzeitführung.

Führung in Teilzeit – vor wenigen Jahren noch fast ein Sakrileg

Teilzeitführung wird von Männern und Frauen in Führungspositionen immer deutlicher, mutiger und nachhaltiger nachgefragt und eingefordert. Der Wunsch nach Flexibilisierung und Individualisierung macht auch vor Führungskräften in den unterschiedlichen Lebensphasen nicht halt. Unterschiedliche Generationen haben unterschiedliche Vorstellungen von einem gelungenen Leben. Und das zeigt sich gerade auch bei der Verteilung von Zeit – Zeit für Arbeit und Zeit für Privatleben.

Gleichzeitig verändert die Digitalisierung und die damit einhergehenden Möglichkeiten, virtuell und vernetzt zu arbeiten, auch die Unternehmenskulturen: weg von einer Präsenzorientierung – hin zu einer Ergebnisorientierung. Das bereitet den Boden für flexibles und mobiles Arbeiten working, und auch für Teilzeitführung.

Bei vielen Arbeitgebern können Führungskräfte heute schon ihre Arbeitszeit flexibel gestalten. In KMU beispielsweise – weil hier vieles auf dem kleinen Dienstweg individuell möglich ist, so dass Beschäftigte unkompliziert Beruf und persönliche Lebensphasen unter einen Hut bringen können. Großunternehmen und Konzerne regeln Teilzeitführung i.d.R. über Betriebsvereinbarungen, machen Pilotprojekte und kommunizieren das Angebot gerne offensiv, um die eigene Arbeitgeberattraktivität zu steigern. Damit sind sie aber teilweise auch unbeweglicher und nicht jede Regelung passt für den Einzelnen.

Funktioniert die praktische Umsetzung von Teilzeitführung wirklich so einfach?

Nein, der wirkliche Prüfstein für eine gelungene Umsetzung von Teilzeitführung ist neben der Unternehmenskultur und der tatsächlichen oder vermuteten Auswirkung auf die eigene Karriereentwicklung auch

  • das direkte, individuelle Umfeld der Teilzeitführungskraft: wie reagiert die Führungskraft der Teilzeitführungskraft? Die Kollegen/innen auf Führungsebene? Das eigene Team?
  • die Selbstmanagement-Kompetenzen der Teilzeitführungskraft

Zu den ersten beiden Prüfsteinen ist schon einiges veröffentlicht worden. Kaum thematisiert wurde bislang die innere Haltung und die Qualifizierung der Teilzeitführungskraft selbst: was ist hilfreich, um als Führungskraft in Teilzeit den Spagat zwischen Beruf und Privatleben gut umzusetzen? Die Gestaltung von Arbeitszeitmodellen ist mehr als ein technokratischer Akt, sie muss durch die Beschäftigten selbst auch erfolgreich umgesetzt und gelebt werden können.

Teilzeitführungskräfte im Spannungsfeld

Damit Teilzeitführung auch auf persönlicher Ebene gelingen kann, muss das Spannungsfeld „Unternehmen/Organisation – ICH – Privatleben“ miteinander in Einklang sein.

Was bedeutet das konkret?

Im Spannungsfeld Unternehmen

  • muss zwischen Führungs- und Fachaufgaben klar unterschieden werden. Führungsaufgaben sind auch als Teilzeitführungskraft nicht delegierbar, Fachaufgaben schon.
  • sollte die Teilzeitführungskraft reflektieren, wie leicht es ihr fällt, Aufgaben zu delegieren und Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter/innen zu haben.
  • sind klare Ziele und Aufgabenzuschnitte und verlässliche Vertretungsregeln im Team gefordert.

Im Spannungsfeld Privatleben

  • müssen die tatsächlichen Beweggründe für Teilzeitführung geklärt und, soweit möglich, auch kommuniziert sein. Was ist „mein guter Grund“ für die Reduzierung meiner Arbeitszeit?
  • hilft Klarheit darüber, welche Vorstellung von einem gelungenen Leben die Führungskraft – und ggfs. auch der Partner/die Partnerin hat. Wie soll sich das in verschiedenen Lebensbereichen, z.B. Beruf, Familie, Gesundheit, Freunde, Finanzen, Hobby etc. widerspiegeln?
  • muss auch der Umgang mit privaten Aufgaben, Haushaltspflichten, Kinderbetreuung im Krankheitsfall etc. geklärt sein.

Im Spannungsfeld „Ich“ entscheidet sich letztlich, ob Teilzeitführung gelingt. Was meine ich damit? Führen in Teilzeit gelingt manchen Führungskräften sehr gut und anderen ganz und gar nicht. Wieso das so ist, lässt sich weder durch Berufserfahrung noch durch Fach- und Führungskompetenz erklären. Hohe Selbstmanagement-Kompetenzen und die Fähigkeit zur Selbstreflexion zählen zu den Schlüsselkompetenzen von Führungskräften in einer Arbeitswelt im Wandel. Entscheidend scheint jedoch die individuelle (innere) Haltung zu sein –  und das gilt insbesondere für Führungskräfte mit reduzierter Arbeitszeit.

Selbstmanagement-Kompetenzen und auch eine hilfreiche, individuelle innere Haltung lässt sich z.B. mithilfe des Zürcher Ressourcen Modells (ZRM®) trainieren. Im Mittelpunkt stehen die Fragen: Halten mein „Kopf“ und „Bauch“ es wirklich für möglich, beide Lebensbereiche erfolgreich zu vereinbaren? Und wenn ja, wie? Dies gilt es zu klären, um einen individuellen Weg für Beruf und Privatleben einer Führungskraft in Teilzeit zu finden. Beispiele dazu sind im unten aufgeführten Buchbeitrag dargestellt.

Vertiefende Literatur:

Persönliche Kompetenzen und unterstützende Rahmenbedingungen – Gerda Köster

in: Teilzeitführung. Rahmenbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten in Organisationen,
Hrsg. Anja Karlshaus und Boris Kaehler, Springer Gabler 2017, Wiesbaden

By | 2018-04-29T18:55:07+00:00 März 1st, 2018|Blog, Uncategorized|0 Comments