So was gibt es doch gar nicht. Menschen oder Organisationen können resilient sein. Aber resiliente Ziele gibt es doch nicht!

Da müssen wir wahrscheinlich alle umdenken. Wenn Disruption und Unwägbarkeit das neue Normal sind, hilft ein in Stein gemeißeltes Ziel doch auch nicht, oder?

Wie können Ziele gefunden und formuliert werden, die flexibel UND langfristig ausgerichtet sind?

Eine Patentlösung habe ich nicht: Aber einen möglichen Weg / Prototypen, den ich aktuell für mein eigenes Unternehmen und auch in einigen Kundenprojekten umsetze.

Dabei greife ich auf Methoden

  • des Zürcher Ressourcen Modells (ZRM) zurück um Ziele zu entwickeln, die vom Kopf und Bauch gleichermaßen gewollt und verfolgt werden
  • der Theorie U zurück, um „aus der Zukunft zu führen“ – also Ziele nicht vergangenheitsorientiert, sondern zukunftsorientiert zu entwickeln
  • und auf das Backcasting (manche nennen das auch Regnose) zurück – zuerst das Ziel (wo will ich sein) formulieren, dann auf die Ausgangssituation schauen und Schritte entwickeln, um die Lücke zwischen Ziel und Ausgangssituation schließen zu können.

Mein Prototyp einer Schritt-für-Schritt-Anleitung für resiliente Ziele in einem agilen Umfeld:

1. Schritt: Rückblick und das vergangene Jahr abschließen – vorbei ist vorbei – welche Learnings kann ich mitnehmen

Zeit nehmen – mindestens 2 Stunden –

  • für mich allein
  • oder als Team

und das vergangene Jahr mit diesen Leitfragen reflektieren:

  • Was waren die Ziele des vergangenen Jahres? Was wurde erreicht? Was nicht? Was wurde geändert oder ist in Vergessenheit geraten?
  • Was waren Highlights des vergangenen Jahres – beruflich / privat? Was ist nicht gut gelaufen, was waren Lowlights?
  • Welchen Beitrag habe ich / haben wir zu den Highlights oder Lowlights geleistet?
  • Wo hatte ich / hatten wir Engpässe, die die Zielerreichung erschwert oder behindert haben?
  • Was sind meine oder unsere Erkenntnisse aus dem vergangenen Jahr? Was habe ich / haben wir gelernt?

2. Schritt: Standortbestimmung – was ist wichtig – was ist das eine Thema

  • Was sind die wichtigen Themen- oder Lebensbereiche für mich / für uns in 2021 (beruflich, privat)? Dazu kann im privaten Kontext auch mit einem Lebensrad gearbeitet werden.
  • Was ist das eine Thema, das – wenn ich hier einen deutlichen Fortschritt erziele – mich wirklich weiterbringt? (pro Themen- oder Lebensbereich)
  • Welche fünf Werte leiten mich / uns? Woran richte ich / richten wir Entscheidungen und Handlungen aus? Was bleibt konstant, auch wenn sich im Außen alles ändert?

Was tun, wenn es hakt bei Schritt 1 und 2?

Die 16 Journaling-Fragen von Otto Scharmer sind hier eine große Hilfe. Oder auch das Arbeiten mit Bildern im ZRM, um unbewusste Bedürfnisse zu explorieren.

3. Schritt: Backcasting – da will ich hin

  • Das eine wirklich wichtige Ziel pro Themen-/ Verantwortungs-/Lebensbereich formulieren. Was ist meine / unsere höchste zukünftige Möglichkeit für diesen Bereich? Es gilt also hier visionär zu denken und zu formulieren. Und dann prüfen, zum Beispiel mit der Affektbilanz aus dem Zürcher Ressourcen Modell, ob Kopf und Bauch in Gänze hinter diesem Ziel stehen. Eine aktivierende Formulierung wählen – ein S.M.A.R.T.-Ziel hilft hier nicht, das würde zu sehr in Stein meißeln und nicht zur benötigten Agilität und Resilienz der Ziele führen!
  • Wenn die Zielformulierung steht: Mit der Affektbilanz prüfen, ob Kopf und Bauch wirklich ganz hinter diesem Ziel stehen.         Wenn nicht – also auch wenn es nur den leisesten Zweifel gibt – ist das Ziel noch nicht rund und muss überarbeitet werden.
  • Nicht mehr als 6 Themen-/Verantwortungs-/Lebensbereiche wählen: Mehr überfordert uns und das führt dazu, dass Ziele aus dem Blickfeld geraten und nicht umgesetzt werden.

4. Schritt: Pathway-Map erstellen – den roten Faden für das Jahr entwickeln

  • Die Themenbereiche festlegen, an denen gearbeitet werden soll.
  • Die Ziele eintragen: Wo will ich hin? Wo wollen wir in 12 Monaten sein?
  • Die Ausgangssituation beschreiben. So ist es jetzt und damit automatisch die Lücke zwischen Ist und Soll feststellen.
  • Für jedes Quartal Meilensteine / Schritte / to do’s festlegen. Sich dabei auch von den Werten leiten lassen! Die Schritte können S.M.A.R.T. formuliert sein, müssen es aber nicht. Und wieder prüfen, ob Kopf und Bauch hinter den Zielen stehen.

Die Pathway-Map ist der rote Faden für das kommende Jahr! Die Richtung ist klar – so wird die Aufmerksamkeit permanent auf die Zielerreichung gelenkt!

5. Schritt: Zwischen Reiz und Reaktion!

Aber natürlich wird das kommende Jahr nicht so laufen wie geplant!

Im Äußeren wird es jetzt noch unbekannte Ereignisse geben, die Einfluss auf meine Planung oder die Planung des Teams haben. Das sind die unbekannten externen Faktoren. Aber auch bei mir selbst oder im Team, in der Organisation werden sich Dinge entwickeln, die jetzt noch nicht absehbar sind. Das sind die unbekannten internen Faktoren.

JETZT entscheidet sich, ob die Ziele resilient sind:

  • Wie gehe ich / gehen wir mit neu entstehenden externen oder internen Faktoren um?
  • Springe ich direkt an, reagiere schnell und verliere dabei vielleicht das Ziel aus den Augen? Oder nehme ich mir einen Moment Zeit, um in Ruhe zu reflektieren und mich gedanklich mit meinem Ziel zu verbinden?

Viktor Frankl, der österreichische Psychiater und Holocaust-Überlebende, formuliert das so:

Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. Und in diesem Raum liegt unsere Wahlmöglichkeit, unsere Entscheidung für oder gegen Handlung.

Was heißt das?

  • Wenn das Ereignis nicht lebensbedrohlich ist: Tief durchatmen, eine Runde spazieren gehen, eine Nacht drüber schlafen und dann erst
  • Prüfen: Hat das Ziel noch Relevanz? (Nur in den allerwenigsten Fällen sollte das nicht mehr der Fall sein!!)
  • In der Regel stimmt das Ziel noch. Das Ziel ist immer noch wichtig, wünschenswert oder sinnvoll. Aber möglicherweise ändert sich der Weg zum Ziel. Die nötigen Schritte in den einzelnen Quartalen überprüfen: machen diese jetzt noch Sinn? Sind sie noch möglich und machbar? Führen die geplanten Schritte noch zum Ziel? Wenn ja: prima. Wenn nein: Die Schritte ändern, das Ziel jedoch beibehalten!

6. Schritt: Am Ball bleiben damit du resiliente Ziele erreichst

Der sechste Schritt ist eigentlich kein separater Schritt, sondern ein permanentes Tun:

  • Den Tag planen und reflektieren: Ist das, was getan werden soll, an den Zielen ausgerichtet? Wird an dem einen wichtigen Thema, dem einen wichtigen Ziel gearbeitet?
  • Die Woche / den Monat reflektieren: Wie nah den Zielen habe ich / haben wir gearbeitet? Wo lief es prima? Wo gibt es Abweichungen und warum? Wo besteht Anpassungsbedarf?
  • Pro Quartal 2 Stunden Zeit nehmen, um die Detailplanung der Themenbereiche und Ziele anzupassen und zu verfeinern.

Resiliente Ziele, die in unsere agile und disruptive Welt passen, sind machbar. Sie fordern unserem Fokus, unsere Planung und Aufmerksamkeit. Es gibt sie nicht zum Nulltarif. Leider. Das auf den Weg machen lohnt sich aber auf jeden Fall!

Auf den Weg machen können Sie schon mit dieser Anleitung.

Oder Sie lassen sich durch Coaching oder Organisationsentwicklung auf diesem Weg durch eines der nachstehenden Angebote begleiten:

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Sprechen Sie mich gerne auf Möglichkeiten an.

Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme:

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